Scheidung in Polen.

Scheidung in Polen. Was nun? Welche Voraussetzungen gelten für eine Scheidung? Welche Scheidungsgründe gibt es in Polen?

Im polnischen Rechtsystem unterscheidet man zwischen der Scheidung und der gerichtlichen Trennung. Die beiden erfolgen nach dem Familien- und Sorgerechtskodex (Kodeks Rodzinno Opiekuńczy, KRO), durch eine Entscheidung des Gerichts.

Doch unterscheiden sich die beiden wesentlich voneinander. Unter den wichtigsten Unterschieden sind folgende zu nennen:

  • Eine neue Ehe

Der wichtigste Unterschied zwischen einer Scheidung und einer gerichtlichen Trennung besteht darin, dass nach der Scheidung die ehemaligen Eheleute die Möglichkeit bekommen, eine neue Ehe einzugehen, da die Ehe aufgelöst wurde und nicht mehr existiert. Bei der gerichtlichen Trennung besteht diese Möglichkeit nicht. Die gerichtliche Trennung kann dagegen jederzeit aufgehoben werden.

  • Familienname/Nachname

Nach der Scheidung kann man den früheren Namen (den Mädchennamen) wieder annehmen. Bei der gerichtlichen Trennung ist es unmöglich. Die Annahme des früheren Nachnamens erfolgt innerhalb von 3 Monaten nach dem Gerichtsurteil durch eine Erklärung dem Standesbeamten gegenüber. Danach bekommt man eine vom Standesamt ausgestellte Bescheinigung. Beim Antrag auf Neuausstellung eines Personalausweises, Reisepasses und Führerscheines muss diese Bescheinigung vorgelegt werden.

  • Kosten und Dauer des Verfahrens

Die Gerichtskosten der einvernehmlichen, gerichtlichen Trennung belaufen sich auf 100 PLN und die der Scheidung auf 600 PLN. Dazu kommen noch Anwaltshonorare. Typisches Pauschalhonorar für die Scheidung mit Schuldfrage beläuft sich in Breslau/Wrocław auf 5.000 – 6.000 PLN, je nachdem, wie kompliziert der Fall zu sein scheint.

Sowohl die gerichtliche Trennung als auch die Scheidung kőnnen während der ersten gerichtlichen Verhandlung erreicht werden, angenommen die beiden Seiten stimmen zu, es sind keine minderjährigen Kinder vorhanden und das Gericht braucht nicht über die Schuldfrage zu entscheiden.

Die gerichtliche Trennung kann man schneller und einfacher erreichen, weil man nicht braucht, völlige Zerrüttung der ehelichen Lebensgemeinschaft zu beweisen, was während eines Scheidungsverfahrenes der Fall ist.

  • Dauer der Unterhaltszahlung an den anderen Ehepartner

Nach der Scheidung wird die eventuelle Unterhaltszahlung an den ehemaligen Ehepartner / die ehemalige Ehepartnerin auf eine bestimmte Zeitperiode, meistens auf 5 Jahre begrenzt. Nach der Trennung gibt es diese Begrenzung nicht.

Zu den wichtigsten Ähnlichkeiten von der gerichtlichen Trennung und der Scheidung gehören: Gütertrennung, Vermögensverteilung, Fehlen der Vermutung der Abstammung des Kindes und Ausschluss der Erbschaft (es sei denn, dass ein Testament vorhanden ist).

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