Inkasso Forderungseinzug in Polen.

Inkasso Forderungseinzug in Polen . Viele Schuldner (nicht nur) in Polen hoffen, dass der außergerichtliche oder gerichtliche Weg zum Forderungsausgleich für die deutschen Gläubiger zu kompliziert sei. Das ist es aber nicht so.

Es gibt drei Möglichkeiten der beschleunigten Durchsetzung von Forderungen in der polnischen Zivilprozessordernung.

Mahnverfahren ist ein Standardverfahren.

Der Kläger/die Klägerin muss bei diesem Verfahren den Gesamtbetrag der Gerichtgebühr bezahlen.

Das Gericht muss prüfen, ob ein Mahnbescheid erlassen werden kann. Wenn es nicht der Fall ist, bestimmt der Richter/die Richterin einen Termin zur mündlichen Verhandlung.

Es kann vorkommen, wenn zum Beispiel der Inhalt der Klage unbegründet zu sein scheint oder wenn es Zweifel an der Richtigkeit der Klage gibt. Hat das Gericht keinen Zweifel an der Richtigkeit der Klage, kann es den Mahnbescheid erlassen.

Der Mahnbescheid muss dem Schuldner zugestellt werden. Jetzt hat der Schuldner zwei Möglichkeiten:

Entweder erfüllt er innerhalb von zwei Wochen ab dem Tag der Zustellung des Mahnbescheides die Forderung mit den entsprechenden Kosten oder legt er innerhalb von dieser Frist seinen Einspruch gegen den Mahnbescheid ein.

Legt der Schuldner keinen Einspruch gegen den Mahnbescheid, hat er die Wirkung eines rechtskräftigen Urteils und stellt einen Vollstreckungstitel dar. Im Fall, dass der Schuldner seinen Einspruch ordnungsgemäß eingelegt hat, tritt der Mahnbescheid automatisch aus der Kraft. Der Richter/die Richterin muss dann einen Termin zur Verhandlung bestimmen.

Befehlsverfahren ist eine kostengünstigere Variante. Der Kläger/die Klägerin hat nur einen Viertel der Gerichtsgebühr zu bezahlen. Vor dem Erlass des Zahlungsbefehls muss das Bestehen des Anspruchs vom Kläger/ von der Klägerin bewiesen werden. Die Forderungen kőnnen unter anderem auf folgende Weise bewiesen werden:

  • Rechnung(en), die vom Schuldner akzeptiert wurde(n)
  • Zahlungsaufforderungen, die dem Schuldner zugestellt wurden und seine schriftliche Anerkennung der Schulden
  • Zahlungsaufforderungen, die zwar vom Schuldner anerkannt wurden aber von seiner Bank wegen fehlender Geldmittel auf seinem Bankkonto zurückgewiesen wurde

Da die Dokumenten, die vom Kläger/von der Klägerin eingereicht wurden, besonders glaubwürdig sind, kann das Gericht den Zahlungsbescheid erlassen. Der Zahlungsbescheid muss dem Schuldner zugestellt werden, der innerhalb von zwei Wochen entweder die Forderung erfüllt oder seinen Einspruch gegen den Zahlungsbescheid einlegt. Legt der Schuldner seinen Einspruch gegen den Zahlungsbescheid ein, muss er die Gerichtsgebühr in Höhe der verbleibenden Dreiviertel entrichten. Er muss auch entsprechende Dokumente darlegen, die seinen Einspruch rechtfertigen kőnnten.

Das Gericht kann den Einspruch zurückweisen, wenn dieser nach Ablauf der zweiwöchentlichen Frist eingelegt wurde oder aus anderen Gründen unzulässich war. Dann hat der Zahlungsbescheid die Folgen eines rechtskräftigen Urteils.

Vereinfachtes Verfahren wird benutzt, wenn der Streitwert niedriger als 10,000 PLN (ca. 2,500 Euro) ist. Die Gerichtsgebühren sind dementsprechend gering. Die Gerichtsgebühr ist vom Streitwert abhängig und beläuft sich auf den Betrag von 30 bis 300 PLN (ca. 7 – 75 Euro).Für alle Schreiben, die beim Gericht eingereicht werden, sind amtliche Vordrucke verbindlich. Werden sie zum Beispiel aus Versehen nicht benutzt, behandelt es das Gericht als einen formalen Mangel, der innerhalb von einer Woche von dem Tag, an dem das Gerichtsschreiben dem Kläger/der Klägerin zugestellt wurde, behoben werden muss. Folgende Schreiben sind mit Hilfe von amtlichen Vordrucken einzureichen: Klage, Klagebeantwortung, Widerspruch gegen einen Versäumnisurteil, Schreiben mit den Ergebnissen der Beweisaufnahme.